Wer den Partner fürs Leben über eine Agentur
suchen möchte, sollte sich nicht für den erstbesten Anbieter
entscheiden. Darauf weist die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
in Stuttgart hin.
Laut Verbraucherschützern seien schwarze Schafe in der
Partnervermittlungsbranche «keine Seltenheit». Deshalb sei es umso
wichtiger, die Preise und auch die Konditionen mehrerer Anbieter zu
vergleichen.
Nicht akzeptiert werden sollten Forderungen, das komplette Honorar
im Voraus zu begleichen. Besser wird die Zahlung von Teilbeträgen,
verteilt auf die Laufzeit des Vertrags, vereinbart. Wer den Vertrag
mit einer Partnervermittlung kündigen will, hat laut den
Verbraucherschützern jederzeit die Möglichkeit dazu, ohne Gründe
nennen zu müssen.
Noch nie waren Singles so anspruchsvoll
Paarvermittler haben es schwer. Die Vorstellungen der Partnersuchenden sind oft so hoch, dass sie sie selbst nicht erfüllen. Dass es so viele Singles gibt, liegt vor allem an einem: Sie schätzen ihren Wert auf dem Partnerschaftsmarkt falsch ein.
Etwa jeder vierte Mann zwischen 20 und 40 Jahren wohnt allein, bei den Frauen zwischen 20 und 30 sieht die Quote ähnlich aus. Die meisten von ihnen sind auf Partnersuche, die Portale im Internet boomen. Der Satz jedoch "Für jeden Topf gibt es einen Deckel" hat keine Gültigkeit mehr. Wer auf dem heutigen Single-Markt einen Partner finden will, muss schon etwas bieten.
Heute akzeptieren Frauen zwar bei ihm noch einen Ansatz zu Bauch und Glatze, doch wer ungepflegt ist und sich seine Hemden von Mama aussuchen lässt, hat verspielt. Ähnliches gilt für den, der Pascha mäßig die Mithilfe im Haushalt verweigert - wobei allerdings sein Gegenpol, der pedantische Hausmann und selbst ernannte Fachmann in Kindeserziehung, ebenfalls schlechte Karten hat.
Die Frau darf demgegenüber laut einer aktuellen englischen Studie damit rechnen, dass Männer mittlerweile ihrem Charakter ähnlich viel Beachtung schenken wie ihrer Figur.
"Am attraktivsten finden sie schlanke bis normalgewichtige Frauen mit weiblichen Formen und einem offenen, geselligen Charakter", erklärt Studienleiterin Viren Swami. Dafür hat der Mann nach wie vor Probleme, wenn Frauen von oben auf ihn herunterblicken: Eine große Blondine mit Stöckelschuhen bereitet ihm eher Angst als erotische Gelüste.
Frauen fühlen sich hingegen in Anwesenheit eines großen Mannes ausgesprochen wohl. "Denn sie suchen unbewusst immer noch einen Partner", so Psychologe Reto Volkart von der Universität Zürich, "der sie auch körperlich beschützen kann." Nichtsdestoweniger gibt es für kleine Männer keinen Grund zur Resignation. Denn mit Kompetenz, Einfühlsamkeit und Humor können sie ihr Größendefizit durchaus ausgleichen - Danny DeVito hat ja auch sein Glück gefunden.
Überhaupt stehen
charakterliche Merkmale ganz oben, wenn Frauen ihr männliches
Gegenüber taxieren. Besonders wichtig ist Humor. Denn Frauen
interpretieren ihn als Fähigkeit, über den Dingen stehen zu
können. Vorgefertigte Witze allerdings stehen für unkreative
Spießigkeit und machen den Mann auf dem Single-Markt zum
Ladenhüter.
Im Unterschied zum ehrlichen Lachen. In einer Studie
des Lebensmittelherstellers "Du darfst" gaben 60 Prozent der
Frauen an, dass ein Lachen die Attraktivität des Gegenübers
anhebt. Bei Männern ist die Quote hingegen nur halb so hoch, und
auch aktiven Humor finden sie bei Frauen eher wenig sexy. Denn
wer ungehemmt lacht und witzig ist, demonstriert Stärke und
Unabhängigkeit - und mit solchen Attributen auf weiblicher Seite
hat das starke Geschlecht nach wie vor Probleme.
Dafür hat die moderne Frau, wie die deutschen Sozialpsychologen Angelika Kümmerling und Manfred Hassebrauck herausfanden, keine Probleme mehr damit, wenn der Mann weniger verdient als sie. Sie sollte ihm das allerdings nicht unbedingt zeigen, denn das nagt an seinem Selbstwertgefühl. Wie es überhaupt bei Männern immer noch gut ankommt, wenn Frauen ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenz nicht allzu offensiv zur Schau stellen.
Doch egal, mit welchen Eigenschaften man auf dem Single-Markt
punkten will - Partnerschaftsexperten betonen, dass man dabei
realistisch vorgehen sollte. Der Wiener Anthropologe Karl Grammer
warnt: "Viele Menschen überschätzen ihren Wert auf dem Partnermarkt
völlig."
Mit der Folge, dass sie nicht nur Probleme beim Finden
eines Partners haben, sondern auch dabei, eine bereits existierende
Beziehung zu halten. Denn wenn jemand glaubt, eigentlich etwas
Besseres verdient zu haben, degradiert er seine augenblickliche
"Liebe" zur Verlegenheitslösung. Der amerikanische Psychotherapeut
Jeffrey Larson empfiehlt, sich von der romantischen Vorstellung zu
verabschieden, dass irgendwo der Richtige - "the one and only" - auf
uns wartet.
Realistisch wäre vielmehr die Haltung: "Niemand ist
perfekt, doch einige Menschen können mehr als andere unsere
Bedürfnisse und Erwartungen in puncto Leben und Liebe befriedigen."
Bleibt festzuhalten, dass man diese Einstellung bei der Partnersuche
besser für sich behalten sollte. Denn beim Flirten kommt ein Spruch
wie "Du passt gut zu meinem Bedürfnisprofil" ziemlich unerotisch
rüber.
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